Über uns

Im Juni 2018 wurde unser Verein „Arten- und Landschaftsschutz Länge – Ettenberg“ gegründet. Der Gründung des Vereins ging eine beinahe zweijährige Arbeit als Bürgerinitiative „Rettet die Länge“ voraus.

Im Spätherbst 2016 / Winter 2017 war der Öffentlichkeit nicht länger zu verbergen, dass auf Länge und Ettenberg ein Windpark mit 13 Anlagen gebaut werden soll. Die Genehmigung dafür erhielten die Investoren Solarcomplex Singen und Green City München im Dezember 2016 – im Schnellverfahren durchgeboxt wie hunderte weiterer Genehmigungen in diesem Zeitraum. Grund für die beschleunigten Genehmigungen war, dass für ab Januar 2017 erteilte Genehmigungen die EEG-Fördergelder ganz oder wesentlich geringer ausfallen würden. Damit wäre der aus Windkraftanlagen zu generierende Profit für Investoren erheblich gesunken.

Aufgerüttelt durch die nun unmittelbar drohende Gefahr einer tatsächlichen Bebauung von Länge und Ettenberg durch 13 Monster-Windanlagen (Höhe über 240 m) ergriffen engagierte Bürgerinnen aus Hondingen die Initiative und sammelten binnen kurzer Zeit Unterschriften in der Bevölkerung um Widerspruch gegen das Bauvorhaben einzulegen. Hunderte BewohnerInnen aus allen umliegenden Ortschaften schlossen sich an. Im Frühjahr 2017 wurde dann beim zuständigen Landratsamt in Villingen-Schwenningen Widerspruch gegen die Genehmigung eingelegt. Zeitgleich wurde beim Landtag in Stuttgart eine Petition eingereicht, mit Begründungen zu allen relevanten Punkten wie Arten- und Landschaftsschutz/Naturschutz, Wasserschutz, Windhöffigkeit usw.

Zeitgleich ließen wir das Genehmigungsverfahren anwaltlich prüfen.

Da die Ausschöpfung rechtlicher Mittel durch eine Bürgerinitiative beschränkt, bzw. gar nicht gegeben sind, beschloss die Initiative im Frühjahr 2018 den Verein „Arten- und Landschaftsschutz Länge – Ettenberg“ zu gründen.

Laut unserer Satzung ist der Zweck des Vereins die Förderung des Naturschutzes im Sinne der Naturschutzgesetze und des Umweltschutzes. Hierbei geht es insbesondere darum, die herausragende Natur- und Kulturlandschaft der Länge und des Ettenbergs in ihrer Eigenart und Schönheit zu erhalten, sowie den Artenschutz der dort heimischen Flora und Fauna zu fördern. Insbesondere gilt es die Bedeutung des Vogelschutzes im dort verlaufenden Flugkorridor aufzuzeigen und zu bewahren. Der Erholungsschutz der Landschaft soll bewahrt werden: Länge, Ettenberg und der anliegende Fürstenberg sind beliebte Naherholungsziele. Das zeigen die stets voll belegten Wanderparkplätze. Weiterhin sieht unsere Satzung vor, dass der Verein alle rechtlichen Maßnahmen zur Erhaltung dieses Gebietes ergreift. Hierzu gehört insbesondere die Durchführung aller Maßnahmen, die notwendig sind, damit dieses Gebiet in seinem Ursprung erhalten bleibt.

Von Seiten des Vereins wurde viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet um über die Auswirkung der geplanten Windkraftanlagen auf die Natur und die Menschen, die in unmittelbarer Nähe leben müssen, aufzuklären.  Wir verteilten Flyer, stellten große Banner auf, informierten auf Dorffesten und luden zu einem Film- und Diskussionsnachmittag ein. Die Bürgermeister und Ortsvorsteher der  umliegenden Gemeinden wurden regelmäßig angeschrieben und um Stellungnahme zu relevanten Gesichtspunkten gebeten. Auf der Aktivseite waren einige unserer Mitglieder am Bau und Anbringen von Fledermaus-Nistkästen und an der „Putz“aktion an der Sperbelhalde – einem Trockenbiotop mit seltener Flora wie Orchideen – beteiligt.

Seit der Gründung unseres Vereins hat sich viel getan. Ein vom Verwaltungsgericht Freiburg verhängtes Urteil, das die Baugenehmigung für die Windkraftanlagen auf Länge und Ettenberg als nicht rechtmäßig kassierte, wurde vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim in letzter Instanz bestätigt. Leider waren zu diesem Zeitpunkt die für die WEAs benötigten Flächen auf der Länge bereits gerodet. Seither vergrößern Windbruch und Borkenkäferbefall die dem Wald zugefügten Schäden unvermindert weiter. Zudem planen sowohl Solarcomplex wie auch Green City den Standort Länge – Ettenberg als Standort für ihren Windpark nicht aufzugeben. Die Vorarbeiten für ein neues Genehmigungsverfahren laufen bereits. Die Investoren planen den Baubeginn für das Quartal 4/23, die Inbetriebnahme ist geplant auf das Quartal 1/25.

Die Aktivitäten unseres Vereins, unser Bemühen die Windkraftanlagen auf Länge und  Ettenberg zu verhindern sind noch lange nicht zu Ende. Wir werden weiterhin alles dafür tun, die Verschandelung  dieser einmaligen Naturlandschaft mit ihrer bedeutenden Milanpopulation nicht Wirklichkeit werden zu lassen.

 

Vorstand und Beisitzer

1. Vorsitzende: Angelika Sitte

2. Vorsitzende: Lucia Bausch

 

Schriftführerin: Ursula Fischer

Kassierer: Christian Straub

Beisitzer*innen: Norbert Deininger, Wolf Hockenjos, Erika Burkard, Alfred Rothmund, Karl Scherer, Agnes Stihl

Kassenprüfer: Herbert Scherer, Thomas Schroff